7 Schritte · ArbeitsrechtFür Arbeitnehmer

Urlaubsanspruch durchsetzen — in 7 Schritten.

Urlaub verweigert, verfallen oder bei der Abrechnung vergessen? Ohne Hinweis des Arbeitgebers verfällt Urlaub praktisch nicht — alte Tage sind oft noch offen. So setzen Sie sie durch.

LexMart Redaktion8 Min. LesezeitStand: 30. Juli 2026Quellengeprüft
Das Wichtigste in Kürze
  • Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage, bei Fünf-Tage-Woche 20 Arbeitstage (§ 3 BUrlG).
  • Urlaub verfällt nur, wenn der Arbeitgeber zur Inanspruchnahme aufgefordert und auf den Verfall hingewiesen hat.
  • Auch die dreijährige Verjährung beginnt erst nach Erfüllung dieser Hinweispflichten.
  • Bei Beendigung ist offener Urlaub abzugelten (§ 7 Abs. 4 BUrlG) — Achtung auf Ausschlussfristen im Vertrag.

Fristrechner: Ausschlussfrist im Arbeitsvertrag

Viele Arbeits- und Tarifverträge verlangen die schriftliche Geltendmachung binnen drei Monaten nach Fälligkeit. Tragen Sie das Ende des Arbeitsverhältnisses ein.

Typische Ausschlussfrist endet
Gut zu wissen
3 Monate
Richtwert — der Einzelfall kann abweichen

1.
Die Grundlage

Urlaubsanspruch berechnen

§ 3 BUrlG

Ermitteln Sie Ihren Jahresanspruch aus Gesetz, Arbeits- und Tarifvertrag und rechnen Sie Teilzeit- oder Teiljahreszeiten anteilig.

  • Bei Fünf-Tage-Woche sind 20 Arbeitstage das Minimum.
  • Bei Ein- oder Austritt im Jahr gilt ein Zwölftelanspruch.
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2.
Der Bestand

Urlaubskonto der letzten Jahre prüfen

Nachweise

Vergleichen Sie Lohnabrechnungen, Urlaubskonten und genehmigte Anträge — häufig sind Resttage aus mehreren Jahren offen.

  • Sammeln Sie alle Abrechnungen mit Urlaubsstand.
  • Notieren Sie genommene Tage je Kalenderjahr.
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3.
Der Hebel

Hinweis des Arbeitgebers prüfen

Verfall

Ohne dokumentierte Aufforderung und Verfallwarnung wird Urlaub übertragen — dieser Punkt entscheidet über alte Ansprüche.

  • Suchen Sie nach Rundmails oder Aushängen zum Urlaubsverfall.
  • Fehlt der Nachweis, sind Alttage regelmäßig offen.
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5.
Die Ablehnung

Ablehnung prüfen und widersprechen

Widerspruch

Eine Ablehnung braucht dringende betriebliche Gründe oder vorrangige Sozialauswahl; widersprechen Sie schriftlich und schlagen einen Alternativzeitraum vor.

  • Betriebliche Gründe müssen konkret dargelegt werden.
  • Verlangen Sie eine Begründung in Textform.
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6.
Das Geld

Abgeltung bei Beendigung fordern

§ 7 Abs. 4 BUrlG

Ist das Arbeitsverhältnis beendet, fordern Sie die Abgeltung offener Tage bezifferten und unter Fristsetzung — vor Ablauf etwaiger Ausschlussfristen.

  • Berechnungsgrundlage sind die letzten 13 Wochen.
  • Prüfen Sie Ausschlussfristen im Vertrag.
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7.
Das Gericht

Anspruch gerichtlich durchsetzen

Arbeitsgericht

Bleibt die Zahlung aus, klagen Sie vor dem Arbeitsgericht; in der ersten Instanz trägt jede Seite ihre Anwaltskosten selbst.

  • Prüfen Sie Rechtsschutzversicherung oder Gewerkschaftsschutz.
  • Beachten Sie kurze tarifliche Fristen.
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LexMart RedaktionRedaktionell geprüft · Arbeitsrecht
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Häufige Fragen

FAQ — Urlaubsanspruch durchsetzen

Nur wenn der Arbeitgeber Sie zuvor aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen, und auf den Verfall hingewiesen hat. Sonst wird er übertragen.
Erst drei Jahre nachdem der Arbeitgeber seine Hinweispflichten erfüllt hat — ohne Hinweis läuft die Verjährung nicht.
Krankheitsbedingt nicht genommener Urlaub verfällt erst 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres.
Ja, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach § 7 Abs. 4 BUrlG.
Nach dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen ohne Überstundenvergütung.
Kontakt

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Rechtsstand & Quellen: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Der Beitrag bildet anerkannte Grundsätze von Gesetz und Rechtsprechung ab und nennt keine erfundenen Aktenzeichen. Stand: 30. Juli 2026. Quellen u. a.: §§ 3, 4, 7 BUrlG, §§ 195, 199 BGB, Rechtsprechung von EuGH und BAG zu Hinweispflicht und Verjährung. Der Einzelfall kann abweichen.